sexy Fingerfood – herzhaft leichte Gemüse – Cupcakes

Sommer ist die Zeit von Picknicks und Grillabenden. Und nichts macht mehr Spaß als gemeinsam im Gras zu liegen, Schäfchenwolken zu zählen… und dabei gut zu essen :). Ein Couscoussalat, marinierte Auberginen oder mit Schafskäse gefüllte Paprika fallen mir da schnell ein.

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Meine veganen Freundinnen stellen mich dann aber doch immer mal wieder vor eine kleine Herausforderung. Insbesondere dann, wenn es das Essen nicht alltäglich daher kommen soll, ich kaum Zeit habe und das Essen den unterschiedlichsten Leuten schmecken soll. Diese lässigen Versammlungen sind immer wieder ein guter Ort um auf unaufdringliche Art und Weise mit veganen und vegetarischen Gerichten Eindruck zu schinden. Der ein oder andere Fleischesser wurde so schon davon überzeugt, dass „dieses langweilige Gemüse“ doch einiges kann.

Eine meiner Eigenkreationen sind diese Gurken-Bohnen Cupcakes. Wieder etwas, dass auf niedlich und süß macht und dabei herzhaft pikant daherkommt.

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Dieses herzhafte Fingerfood ist rein pflanzlich, sehr schnell gemacht und sieht einfach umwerfend aus, also genau etwas für den Tierfreitag – die Sammelstelle für pflanzliche Genüsse.

Du brauchst: gekochte kleine weiße Bohnen, für Eilige welche aus dem 500 Gramm Glas, ein paar Gewürze und eine Gurke, das wars! Gut ein Dressiersack, ein Messer und Löffel können auch nicht schaden. 😉  Die Bohnenpaste kann im Vorhinein gemacht werden und im Kühlschrank einen Tag durchziehen.

1. gekochte Bohnen mit Apfelessig* und ein bisschen Wasser im Mixer fein pürrieren.

2. Mit Salz, Pfeffer und deinen Lieblingsgewürzen abschmecken (In diesem Fall: Gute Laune Gewürz Blüten Zubereitung von Sonnentor mit  Meersalz, Knoblauch, Basilikum, Bärlauch, Oregano, Ringelblumen, Rosmarin, Thymian, Rosenblüten und Kornblumen.)

3. in einen Dressiersack mit gezackter Spritztülle.**

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4. Gurke schälen, für die Deko ein paar grüne Streifen lassen und in circa 2,5 cm große Stücke schneiden.

5. Die Gurkenstücke mit einem kleinen Löffel vorsichtig auf einer Seite leicht aushölen.

6. Gurken mit der Bohnenpaste füllen. Für schöne Rosetten halte etwas Abstand zu den Gurken und spritze die Masse in einer Kreisbewegung auf.

7. Fertig!

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*Vegane Sorte verwenden! – in diesem Fall selbstgemachten. Alle Säfte, die nicht naturtrüb sind, müssen auf die ein oder andere Art geklärt werden. Hierfür wird häufig Gelatine verwendet. Saft bildet die Grundlage für Wein und Essig. Einige Geschäfte haben begonnen Weine und Essige als vegan zu kennzeichnen. Das Weglassen der Gelatine ist dabei nur ein Teilaspekt, auch der Klebstoff des Ettikets (zb.) kann tierische Stoffe beinhalten.

** Um einen einfachen Transport zu gewährleisten, nimm die Füllung in einem Beutel mit und dressiere vor Ort auf. Show Cooking ist ja eh sowas von in 🙂

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#Tierfreitag

Gemüse?! Das ist doch nur Beilage!

Es ist spät Nachts. Ich sitze in einer dunklen, verrauchten Bar in Wien. Neben mir am Tresen einige Küchenchefs und Jungköche. Schon seit Stunden diskutieren wir über unser Lieblingsthema: Essen.

Wie immer bei solchen Gesprächen fällt irgendwann auf, dass ich Vegetarierin bin. Und auch hier wieder: Ungläubiges bestaunen. Obwohl es vegetarische Gerichte an jeder Ecke gibt und es keinen Text gibt, der über dieses Thema nicht geschrieben wurde, aufgeregt wird sich trotzdem. Ihr glaubt mir nicht? Dann erzählt selber mal, dass ihr kein Tier esst… Egal wem. Es werden sich mehr Leute verwundert anstellen als ihr annehmt. Sogar, wenn ihr euch nicht rein pflanzlich, also vegan, ernährt, sondern „nur“ auf totes Tier im Essen verzichtet.

Gerade von Menschen, die sich als Genussmenschen oder Experten am Herd bezeichnen wird vegetarische und vegane Ernährungsweise als frevelhafter Verzicht wahrgenommen. Eine der Hauptannahmen dahinter, scheint mir, dass man nur mit Fleisch und tierischen Produkten leckere Gerichte zubereiten kann. Aber nur mit Gemüse kochen? Unvorstellbar. „Gemüse das ist eine Beilage und so soll es bleiben.“ wirft mir mein Nachbar an der Bar entgegen. Er: Küchenchef eines renommierten Wiener Hotels. Gemüse als Hauptrolle eines Gerichts ist für diesen Koch unvorstellbar.

Was wird dieser Koch, und alle anderen Fleischverfechter zum neuen Tierfreitag sagen?

Vermutlich wird er die Idee gar nicht so schlecht finden. Der Tierfreitag existiert als Aktionstag seit letzter Woche und startet heute richtig durch. Katharina Seiser hat alle Blogger und Rezepteschreiber dazu aufgerufen, ab jetzt immer Freitags Gedanken zu rein pflanzlichen Gerichten zu posten. Eine Reaktion auf ihren Selbstversuch, sich als bekennende Allesesserin und Genussmensch 21 Tage lang vegan zu ernähren.

Der Begriff ist bewusst so gewählt, dass sowohl „Tierfrei-Tag“, als auch „Tier-Freitag“ gelesen werden kann.“Tierfrei“ deshalb, da „vegan“ als Begriff für Frau Seiser zu heikel und zu dogmatisch besetzt zu sein scheint. Des weiteren soll zwar ein Augenmerk auf rein pflanzliche Ernährung gerichtet werden, zeitgleich aber auch solche Projekte, die nachhaltige Fleischproduktion ermöglichen, porträtiert werden.

Als ich das erste Mal über den Tierfreitag gestolpert bin, war ich hell auf begeistert. Doch dann stellte sich mir die Frage, ob dieser Tag wirklich so etwas neues und tolles ist. Schließlich gibt es schon einige Aktionstage, die dazu bringen wollen, pflanzliche Ernährung in unseren allgemeinen Allesesser – Speiseplan einzubauen.

Ich beziehe mich dabei auf den „meat less monday“ und den „vegetarischen Donnerstag“. Erster wird seit 2003 vermehrt weltweit benutzt und wendet sich an die gesamte Bevölkerung mit der Hoffnung, das das Weglassen von Fleisch an einem Tag pro Woche zu einer Reduzierung vieler sozialer wie auch ökonomischer und ökologischer Probleme führt, die durch die klassische Ernährungsweise hervorgebracht werden. Mit dem vegetarischen Donnerstag machte dann 2009 die Stadt Gent in Belgien Furore. Hier wird in Mensen öffentlicher Einrichtungen, wie Schulen und Kindergärten, Donnerstags der Speiseplan auf pflanzliche Ernährung gerichtet. Schnell übernahmen viele Städte, ins besondere in Deutschland, die Idee.

Bewusst wurde bei all diesen Aktionstagen der Freitag ausgespart. Der Freitag ist traditionell schon durch den Speiseplan einiger Religionen (Christentum: kein Fisch) belegt und vegetarische Ernährung soll bei diesen Aktionstagen nicht mit Religion in Verbindung gebracht werden. Montag ist ein klassischer Tag um aktiv mit neuen Vorsätzen in die Woche zu starten.

Was ist also neu am Tierfreitag?

Da der Begriff „Tierfreitag“ neu und unbenutzt vor uns steht, soll er uns allen ermöglichen sich dem Thema pflanzlicher Ernährung von einer „undogmatischen“ Seite zu nähern. Zweitens soll er „positiv Beispiele“ tierischer Haltung in den Vordergrund lenken. Fertigprodukte, Aromen und Convenienceprodukte, wie veganen Fisch und vegane Hühnchen, gelten ebenfalls als ausgeschlossen.

Die Zielgruppe sind (noch) nicht die einzelnen Konsumenten, sondern Blogger und alle Netzfoodies. Gerade die Allesesser unter uns Bloggern, sollen sich kreativ an genussvoller Gemüseküche austoben. Folglich eine gute Idee, die sicher das ein oder andere sehr spannende neue Rezept anregen wird. Auch ich habe für meinen Blog durch den Tierfreitag schon jetzt einen neuen Kreativitätsschub erhalten. Die Zielgruppe und vor allem deren Zielgruppe erklärt wiederum, wie es dann doch ein Freitag werden konnte: Am Wochenende werden Blogartikel zahlreicher gelesen und es gibt Zeit auch aufwändigere Gerichte nachzukochen.

Die betonte „nicht dogmatische“ Haltung des Tierfreitags führt in meinen Augen allerdings dazu, dass der Begriff „vegan“ und alle, die sich als Veganer bezeichnen erst recht als komische Spinner und Fanatiker dargestellt werden. Diesen Beigeschmack finde ich schade und keinesfalls notwendig. Auch wenn ich diesen Beigeschmack schade finde, so ist mir die Schwierigkeit des Begriffes „vegan“ bewusst. Als Leser meines Blogs wisst Ihr sicher, dass auch ich vegane Rezepte lieber unter „rein pflanzlich“ vertagge. Das liegt daran, dass es wertneutraler ist und auf einen Blick klar, welche Zutaten ausgeschlossen werden. Es gibt einfach immer noch zu viele Menschen, die nicht genau wissen was der Begriff „vegan“ alles umfasst.

Unabhängig von dieser Debatte begrüße ich es dennoch, wenn durch den Tierfreitag, ähnlich wie beim meatless Monday oder dem vegetarischen Donnerstag, eine breitere Masse angesprochen werden kann. Wir sollten die Entwicklung des Tierfreitags auf jeden Fall gespannt verfolgen. Wenn Ihr selber Artikel und Rezepte zum Thema verfassen wollt/ suchen wollt, bedient euch dem Hashtag #Tierfreitag. Am Ende entsteht so vielleicht eine wilde Rezeptsammlung, ganz unterschiedlicher Ess – begeisterter Menschen, die Allesessern eine einfache Möglichkeit bietet sich mit rein pflanzlicher Ernährung auf genussvolle Weise bekannt zu machen.

Ich habe meine tierfreien Rezepte nicht umkategorisiert, passende Rezepte und tierfreie Rezepte, die nicht an einem Freitag gepostet werden, findet Ihr in meiner Rubrik: rein pflanzlich (vegan)

Interessante Links und Quellen zum Thema:

Der Tierfreitag auf esskultur mit genauer Info für alle Blogger: hier klicken

Zur allgemeinen Übersicht und Sammelstelle aller Beiträge zum Tierfreitag: gibt es hier

mehr zum vegetarischer Donnerstag und meatless Monday (wiki)

Dreierlei vom Glück: Kaltgerührte Sanddorn-Mango-Konfitüre

Die Frucht mag klein sein und der Strauch mit seinen dornenbesetzten Ästen wenig einladend wirken, am Sanddornstrauch vorbeizulaufen, ohne ein paar Früchte zu sammeln wäre aber ein großer Fehler. Der Vitamin C Gehalt ist so hoch, dass die Pflanze in der DDR als „Zitrone des Nordens“ eine steile Karriere erlebte. Fast noch spannender finde ich aber, dass die Frucht auch Vitamin B12 enthält. Vitamin B12 für die Bildung der Roten Blutkörperchen und unsere Nerventätigkeit verantwortlich. Da es nur durch Mikroorganismen produziert werden kann, kommt es generell nur in tierischen Produkten vor. Nützlicher Weise leben auf der Schale des Sanddorns genau solche Mikroorganismen, weswegen Vegetarier_Innen und vor allem Veganer_Innen die goldenen Früchtchen in ihren Speiseplan mit aufnehmen sollten (siehe Wikipedia).

Auf meiner Suche nach Rotklee für meine PAMK – Leckereien, bin ich zufällig auf solch einen Wunderstrauch gestoßen und musste natürlich ein paar Beeren pflücken. Die Früchte des Sanddorns können noch bis Ende Dezember geerntet werden, nochmal ein Pluspunkt für diese Pflanze, da ja gerade im Winter der Zugang zu frischem, heimischen und vitaminreichem Obst und Gemüse erschwert wird.

Da Vitamine Hitze ja nicht leiden können, wollte ich jegliches kochen vermeiden. Nicht lange davor, hatte ich mich mit Michaela Russmann von Rohgenuss.at über Gelierverfahren unterhalten und bin dadurch auf die Idee gekommen mit Chiasamen (auch so eine Wundersaat mit ganz viel pflanzlichem Omega 3) eine Rohkost – Konfitüre zu machen.

Damit es nicht zu sauer wird, habe ich mich dann für eine Mango entschieden. Eigentlich wollte ich Marillen nehmen, die haben ja grad Saison, gab es aber im Supermarkt nur aus Frankreich. Und wenn schon nicht aus der Region, tja dann kann es ja auch gleich was ganz exotisches sein, dachte ich mir leicht genervt vom Angebot. Solang es nicht zur Regel wird…

Und wie macht man nun diese Superfoodmarmelade, die vegane Herzen höher schlagen lassen sollte?

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Vitamin B12, Omega 3 und Vitamin C machen aus diesem kaltgerührten Fruchtaufstrich eine Vitalstoffbombe.

Wir nehmen:

eine Handvoll Sanddorn

eine reife Mango

3 Teelöffel Chiasamen

etwas Rum (nach Belieben)

kleine Einmachgläser mit Schraubverschluss

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Die Mango halbieren wir und entfernen mit einem Messer den Kern. (Einfach leicht in den Kern stoßen und dann heraushebeln.) Fruchtfleisch und den Sanddorn in einen Standmixer geben und kräftig pürieren. Geht natürlich auch mit einem Mixer, wenn die Mango sehr weich ist, sogar mit einer Gabel. Nun einmal durch ein feines Sieb oder Tuch geben, so dass die kleinen Sanddornkerne zurückbleiben.

Einen Schuss Rum und die Chiasamen hinzugeben. Ich habe das Fruchtpüree danach noch einmal püriert, muss aber sagen, dass ich mich Zwecks Optik beim nächsten Mal fast dagegen entscheiden würde. Von der Konsistenz wäre es dann allerdings wie ein streichbarer Bubbletee, da die Chiasamen sehr viel Flüssigkeit aufsaugen und gallertartig werden. Zerkleinert sorgen sie dann wiederum für die gleichmäßige Struktur des Fruchtaufstrichs.

Eher zügig verbrauchen, sonst im Kühlschrank aufbewahren.

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Hier sind die Chiasamen noch nicht zerkleinert und bringen einen wunderbaren optischen Effekt.

Food Revolution Day und grüne Smoothies

Grüne Smoothies?! In Foodiekreisen sind sie seit einiger Zeit der letzte Schrei, in meinem Freundeskreis hat der Bericht über dieses Getränk jedoch erstmal für Stirnfalten und Würggeräusche gesorgt. Salat und Fruchtgemüse als Getränk und das nicht mal im Flugzeug serviert – ne, das kann ja nicht schmecken!

Ich bin über die grünen Smoothies während einer Aktion zum Food – Revolution – Day gestolpert. Beim Kinder Disco Salat (<– auf zum Filmchen) ging es darum Kinder auf den guten Geschmack zu bringen. Von den Initiatoren organisierte Lebensmittel, die sonst im Müll verschwunden wären, wurden gemeinsam mit den Kids in leckere Salate und eben auch Smoothies verwandelt. Nebenan konnten die Sinne getestet werden, so musste bei mir am Stand (oh ja auch die Freischnauzeköchin hat geholfen 😉 ) Gemüse blind ertastet werden… Aber zurück zu den Smoothies. Denn den grünen Fruchtsaft haben die vier bis zehnjährigen dort mit Freuden gebechert, die ganze Zeit darüber rätselnd, was den Saft so grün aussehen lässt. „Ein bisschen Magie“, war die Antwort von Roman Firnkranz, der Grüne Smoothie Experte Wiens, denn wer die Geschmacksknospen entscheiden lässt, wird feststellen, dass grüne Smoothies berechtigterweise in aller Munde sind. Und das nicht nur auf Grund ihrer gesundheitlichen Vorzüge.

Da ich ein großer Fan des gegenseitigen Wissenaustausches bin, umso mehr natürlich, wenn es sich um kulinarische Fakten handelt, habe ich mir den „Green – Smoothie Man“ gleich mal nach Hause eingeladen. Gemeinsam haben wir einen süßen Smoothie gezaubert und dann noch einen sehr pikant – herben. (In meiner Küche stapelten sich zu dieser Zeit Wildkräuter, die verbraucht werden wollten.) Zum puren Genuss bevorzuge ich die leichte, fruchtige Variante. Weswegen ich mir eine weitere Verwendungsart für den pikanten Smoothie ausgedacht habe – die vegane Kräutermayonnaise – mehr dazu hier.

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Nudeln ohne Mehl und ein Ausflug nach Spanien

Simpel und extravagant. Gegensätzlicher scheint es nicht zu gehen. Dennoch möchte ich diesen Post nutzen, um zu zeigen, dass diese beiden Begriffe miteinander vereinbar sind. Anhand einer Zutat und zwei Zubereitungsarten.

Hierfür wenden wir uns dem Spagettikürbis ( Cucurbita pepo) zu. Der gelbliche Kürbis, oft mit einer hellgrünen Maserung versehen wird einem im Herbst in den Geschäften zu günstigen Preisen angeboten und lässt sich gut und lange Lagern. Das Besondere an diesem Kürbis ist sein Fruchtfleisch und wie es auf Wärme reagiert. In garem Zustand zerfällt das Fruchtfleisch in lange dünne Fäden. Daher auch sein deutscher Name.

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Vor einigen Jahren habe ich die Zeit um Ostern im ruhigen Teil Mallorcas verbracht und natürlich die lokalen Zuckergebäcke ausprobiert. So stieß ich auf Ensaimadas (Hefeschnecken) die mit einer mir damals noch unbekannten Füllung meinen Gaumen mit herber Süße begrüßten. Die delikate Konfitüre wird traditionell aus einem dem Spagettikürbis ähnlichen Gewächs hergestellt. Die Spanier haben dafür einen sehr schönen Namen gefunden und nennen den Kürbis Cabello de ángel, Engelshaar. Diesen Herbst habe ich mich dann das erste Mal daran gemacht meine Variante dieser leicht extravaganten Füllung für Plundertaschen herzustellen.

Doch der Spagettikürbis steht nicht nur für Extravaganz, das Fruchtfleisch lässt sich, wie dem Namen schon zu entnehmen, wie Nudeln benutzen und mit einer Soße des Vertrauens servieren. Der Eigengeschmack des Kürbisses ist ziemlich zurückhaltend und so lässt er sich frei Schnauze kombinieren.

Einige Rezepte zerteilen den Kürbis im rohen Zustand und kochen dann die Fleischstücke. Einen besseren Geschmack, längere Fäden und das alles mit wesentlich geringerem Aufwand, erhalten wir in dem wir den ganzen Kürbis im Ofen backen. Das Ganze ist ziemlich unkompliziert in der Durchführung und schnell erledigt.

Simpel: 1 Spagettikürbis + Nudelsoße

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Ganzen Kürbis im Ofen backen. Die Zeit können wir zum Schmökern in Food Blogs verwenden oder aber eine Tomatensoße zubereiten. Ist der Kürbis goldbraun, schneiden wir ihn der Längsseite nach auf. Mit einer Gabel wird nun das Fruchtfleisch herausgelöst und zur Soße hinzugefügt. Abschmecken, noch einmal aufkochen und genießen.

Nudeln, die gar keine Nudeln sind, gut genug für den Wow-Effekt? Was meint ihr?

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Extravagant:1 Spaghettikürbis, 2 Bio-Orangen, 1 Paket Gelierzucker (2:1), Twist-off-Gläser, Zimt und Muskat (nach Belieben)

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Während der Kürbis im Ofen vor sich hin bäckt, wenden wir uns zwei unbehandelten Bio – Orange zu. Diese spülen wir heiß ab und reiben sie trocken. Nun nehmen wir einen Zestenreißer oder behelfen uns mit einer Reibe und hobeln große Stücke der Schale ab. Bitte achtet dabei darauf, dass eure Stückchen wirklich aus der aromatischen Außenschale bestehen und euch nachher nicht das dicke weiße Fleisch die Masse nicht zu bitter werden lässt. Die entstellten Orangen halbieren wir und pressen den Saft aus.

Nun sollte der Kürbis durchgebacken sein, sonst kannst du schon mal die Einweckgläser vorbereiten (in einem Topf mit viel Wasser auskochen und dann mit der Öffnung nach unten auf einem Küchentuch auskühlen lassen).

Das Fruchtfleisch des Kürbisses vorsichtig mit einer Gabel auslösen. Gemeinsam mit den Orangenzesten und dem Orangensaft (gerne auch mit ein paar Stückchen) und einer kleinen Prise Muskat vermischen. Abwiegen und im richtigen Verhältnis mit Gelierzucker drei Minuten sprudelnd kochen lassen. Die Konfitüre wird schnell sehr süß, deswegen greift bitte mindestens zu Gelierzucker, der im Verhältnis von zwei Teile Frucht und ein Teil Zucker (2:1) wirkt, wenn nicht sogar 3:1.

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