Post aus meiner Küche: … ich schenke Dir ein Stück vom leckeren Glück”

Zusammen schmeckts besser – ich schenke Dir ein Stück vom leckeren Glück” ist das Thema der aktuellen Runde Post aus meiner Küche. Mit meiner Tauschparnterin Andrea habe ich mich schon getroffen, jetzt geht es ans Beschenken.

Stimmungsaufhellend wirkt bei mir immer dunkle Schokolade. Und pures – kulinarisches – Glück ist für mich ein großer Topf voll Pudding, dem man schon von weitem ansieht, dass darin eine ganze Tafel Zartbitterschokolade versenkt wurde. Am besten genießt sich dieser Pudding spätnachts in Mannheim. In dieser Stadt wird Schokolade hergestellt, weshalb immer mal wieder Wogen puren Schokoduftes durch die Luft wabern und sich in der Nase verfangen. Wenn es dann auch schon Spätherbst ist und der Gusta nach Schokolade einfach kaum noch zu stillen, gibt es nichts Besseres als gleichgesinnte Leute anzurufen, den Topf mit Milch aufzusetzen, nach wenigen Minuten schon große Löffel zu verteilen und gemeinsam aus dem Topf zu naschen. Doch wir sind in Wien. Es ist Mitte Juli und der Sommer hat derart eingeschlagen, dass jeder Gedanke an Schokolade auf später im Jahr verschoben werden muss.

Nach vielen unterschiedlichen Überlegungen habe ich mich irgendwann auf das Wörtchen „Glück“ als solches eingefahren. Was sind typische Glücksbringer?

Der Gruß eines Schornsteinfegers, kleine Schweinchen, vierblättriger Klee… Klee!

Rotklee - freischnauzekochen

Nach eingehender Recherche in Wildkräuterbüchern und auf einschlägigen Webseiten, ist mir klar, Klee kann man essen und ihm werden sogar einige heilwirkende Kräfte, insbesondere für Frauen, nachgesagt. Kann ja kaum besser sein.

Donauinsel - Wien - freischnauzekochen

Die meisten Wiesen sind leider schon abgemäht, aber auf der Donauinsel finde ich dann doch noch ein paar Pflänzchen. Zufällig entdecke ich dabei noch einen Strauch wilden Sanddorn, dem bin ich sonst nur in den Niederlanden auf dem Weg zum Strand begegnet und bin mehr als entzückt. Ein bisschen Urlaub direkt in Wien. Wenn das nicht glücklich macht.

Andrea von „surfing the kitchen“ bekommt also Dreierlei vom Glück:

Glücksbringenden Frischkäse

Weißwein – Rotkleeblütengelee

Kaltgerührte Sanddorn – Mango – Marmelade

Sanddorn - Donauinsel - freischnauzekochen

Advertisements

The simple Things: Veggi Burger in unter 20 Minuten

Manchmal sind die einfachsten Dinge einfach doch die Besten. Neulich war ich mit einem Freund zum gemeinsamen Kochen verabredet. Er mit italienischen Ansprüchen an gute Küche ausgestattet und einem Vater mit hübschem Restaurant… Ich eine großmäulige wannabe – Küchenfee. Die gegenseitigen Erwartungen waren demensprechend etwas höher angelegt, als es für einen gemütlichen Kochabend gut gewesen wäre. Wir also gemeinsam in den Supermarkt, nach gefühlten drei Stunden entkamen wir diesem, beladen mit Radicchio, Ziegenfrischkäse, seltsam anmutendem Schafsfrischkäseröllchen, Blaubeeren und einem wagemutigem Lächeln auf den Lippen. Wir hatten zwar Stunden lang vor leckerem Gemüse, wie Paprika, Mais und Auberginen gestanden, legten diese aber ob ihrer „Alltäglichkeit“ wieder zur Seite. Irgendwo hatte ich mal gehört, dass Radicchio nicht nur als Salat genossen werden kann, sondern sich auch besonders gut macht, wenn man ihn grillt und in einer Balsamico – Marinade serviert, das wollten wir ausprobieren.

Zurück in der Küche und nach einer kurzen Onlinerecherche stellte sich dann auch schon die erste Ernüchterung ein. Die meisten Rezepte zeigten eine Zubereitungszeit von mindestens drei Stunden an, unser sich schon lautstark dazu äußernder Magen hatte da allerdings eine andere Vorstellung. Also wurde frei schnauze improvisiert. Der Sud aus Balsamico Essig, braunem Zucker, etwas Chili und Traubensaft ist uns auch wunderbar gelungen, dennoch war das Ganze am Ende ein unansehnliches bräunliches Desaster. Eine dieser Kocherfahrungen, die es schnell zu vergessen lohnt.

Diese herbe kulinarische Enttäuschung konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und so klopfte ich schon am nächsten Abend wieder an die Tür meines Kumpels. Mit dabei: Einen Topf voller gerösteter Maiskolben, gebratene Aubergine, Röstzwiebeln, ein mehr als simples Tomatenrelish mit knackig scharfen Chilischoten und Vollkornbrötchen. Dem Veggiburger zum selber basteln stand also nichts mehr im Wege. Genauso wenig wie glückliche Gemüter, die sich genüsslich die vor Soße triefenden Finger abschleckten. Denn genau so muss Soul Food schmecken. Einfach gut.

DSC_0664

Basic Veggiburger mit Mais

Du brauchst für 4 Burger:

1 Aubergine, 4 Brötchen, 1 große Zwiebel,

2 Maiskolben, 1 mittelgroße Tomate, 1 frische und scharfe Chilischote

Salz, Pfeffer, Olivenöl, Saft einer Zitrone, Chilipulver und mediterrane Kräuter (Rosmarin, Majoran…)

1 Topf zu 2/3 gefüllt mit Wasser, mindestens 1 Pfanne, 1 Schneidebrett, 1 Messer, 1 Ofen

Maiskolben abbrausen und jeweils halbieren. Die vier kleinen Kolben in sprudelnd kochendem Wasser kochen, bis der Mais in strahlendem goldgelb  erstrahlt. Aus dem Topf nehmen und in der Pfanne mit ein bisschen Olivenöl kurz anbraten, salzen.

Während die Maiskolben kochen, schneiden wir die Zwiebel in Ringe und die Aubergine in etwa anderthalb Zentimeter breite Scheiben.

Den fertig gebratenen Mais legen wir beiseite und rösten nun die Zwiebelringe, bis diese leicht rotbraun sind. Auch auf einem Tellerchen beiseite stellen und die Aubergine in die Pfanne schmeißen.

Aubergine zieht schrecklich viel Flüssigkeit. Deswegen etwas mehr Olivenöl verwenden, Gewürze hinzugeben und kurz scharf anbraten. Dann mit ein bisschen Wasser ablöschen (2 – 3 Esslöffel), so dass die Aubergine noch drei bis vier Minuten weichköcheln kann, das Wasser sollte gänzlich verdampfen.

Währenddessen: Brötchen aufschneiden und im (vorgeheizten) Ofen rösten bis sie goldbraun sind. Den Mais und die Zwiebeln, kann man zum Warmhalten natürlich auch kurz dazustellen.

Für das Tomatenrelish: Tomate in Würfelchen schneiden. Die Chilischote ebenfalls in kleine Ringe schnibbeln. Mit etwas Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken.

DSC_0698

Brötchen aus dem Ofen holen, mit Olivenöl beträufeln und mit Zwiebeln und Auberginen aufschichten.

DSC_0709

Tipp: Besonders fein wird das Ganze, wenn du noch ein bisschen krunchige Erdnussbutter mit Chiliflöckchen als Majo und Ketchupalternative einbaust und die ein oder andere Scheibe geröstetes Räuchertofu und oder Avocado dazu schichtest.

Guten!

Grillen, Baby.

Gemüsepäckchen, gefüllte Paprika und rote Beete deluxe.

Super grillen lässt sich auch grüner Spargel (muss nicht geschält werden). Einfach mit ein paar Spritzern Zitronensaft beträufelt servieren.

Als Dessert: Bananen in der Schale auf den Rost legen und so lange grillen, bis sie von außen schwarz sind. Vorsichtig öffnen und genießen. Eventuell noch Schokolade oder Ahornsirup dazu geben. Mhhh. Lecker.