mehr Avocado – quick and easy

Avocado.

Braucht es eigentlich mehr, als dieses Wort, um das Paradies zu beschreiben? Hmm… Granatäpfel und Zitrusfrüchte. Chili und Brot. Schon bin ich glücklich und zufrieden. Manchmal geht es so einfach!

Regionale Produkte und saisonales Essen ist für mich wichtig, da brauchen wir gar nicht anfangen zu diskutieren. Unabhängig von der derzeitigen Trendwelle Nachhaltigkeit und so (was ja auch schön ist, dass das jetzt Massenkompatibel ist…). Tja und dann, dann steh ich doch wieder im Supermarkt und da lächelt mich die Avocado an. Ich liebe Beeren und diese Frucht, die wie Schlagobers in Gemüseform daherkommt ganz besonders. Also mach ma da – wie auch sonst viel zu oft – eine Ausnahme. Denn Avocado kann ich nie genug haben.

freischnauzekochen - Avocado - Praline - Avocadopraline - Guacamole - Cocoschips - Vera Kondratiuk

Weiche Avocado ist pur schon ein Genuss. Eine Guacamole ist aber echt einfach und immer wieder ein Vergnügen. Einfach ein paar Spritzer Zitrone, frische Chili, Salz und Pfeffer unter die Avocado rühren. Vermanschen. Fertig.

Avocado wird schnell braun. Deswegen die Zitrone, aber auch das hilft nicht lange. Was wirklich hilft und ich war echt erstaunt, als meine norwegische Freundin J, diesen Trick vorgeführt hat, ist es den Kern nach dem vermengen schnell wieder zur Creme zu geben! Und siehe da, sie bleibt länger knacke grün.

Wer noch eine Stufe drauf setzten möchte schneidet die ungeschälte Avocado in zwei gleichgroße Hälften und höhlt sie vorsichtig nur ein wenig aus. Dieses Fruchtfleisch mit oben genannten Zutaten und Tomatenstücken vermengen. Die Avocadohälften behutsam von der Schale befreien und mit der Avocadocreme befüllen. Wer mag kann auch ganz andere Pasten herstellen, von Frischkäsecremes über Fetakäsedips zu schokoladigen Variationen ist alles vorstellbar und diese in den vom Kern hinterlassenen Hohlraum füllen. Die beiden Avocadohälften vorsichtig wieder zusammenfügen. Und nun ist wirklich eure Kreativität gefragt. Ich hab sie für das obige Bild einfach in Kokosflocken gewendet – wenn schon nicht regional und so dann aber richtig – und auf einer Tomatenscheibe stehend serviert. Mit unterschiedlichen Kräutern und Samen können aber ganze Bilderlandschaften auf die Avocados geformt werden und sich somit als elegante Avocadopralinen sehen lassen. Schön als Vorspeise.

Wer sich das Bild genau anschaut, wird vielleicht durch Größenverhältnisse und Farben positiv irritiert sein: Diese Avocados waren spezielle Minifrüchte, die es in Mannheim beim Türken im Winter zu kaufen gab. Zeitgleich waren auch die dunklen, leicht grünen, tunfischfarbenen Tomaten reif… Avocados und Zitronen sind herrlich sommerlich. Aber in unseren Breitengraden ist es Winter, wenn die besten Exemplare günstig auf den Markt kommen.

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Wiener Zitrustage

Das Leben richtig auskosten – umgemünzt auf neugierige Genussmenschen und alle die es werden wollen bedeutet das für mich, die Vielfalt schmecken zu lernen.

Am einfachsten geht das im Rahmen von Verkostungen. Ob Wein, Olivenöl oder Früchte. Erst der genau Blick, die intensive Beschäftigung mit einer Produktgruppe lässt uns wichtige Unterschiede erkennen. Denn, wie meine liebe Freundin S heute so schön sagte: „Wie soll ich denn die Unterschiede kennen lernen, wenn es im Supermarkt nur Standardfrüchte gibt?“

Auch sie war – als bekennender Non-Foodie – begeistert vom Variantenreichtum, den wir in der Orangerie im Schloss Schönbrunn präsentiert bekommen haben. Ich muss ja zugeben, ich hatte schon einmal das Vergnügen von Katharina Seiser in die Welt der Zitrusrüchte eingeführt zu werden, das Ambiente der Orangierie, gefüllt mit zahlreichen Frucht- und Blüten behangenen Bäumen hat das ganze zu einem besonderen Erlebnis gemacht.

Die Orangerie

Die Orangerie

Zitrusverkostung mit Katharina Seiser

Zitrusverkostung mit Katharina Seiser

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Die Zitrustage in Schönbrunn sind ein sehr spezielles Event. Die hier ausgestellten und zur Verkostung angebotenen Früchte gibt es an kaum einem anderen Ort zu probieren. Eine Zitruspflanze braucht einige Zeit, bis sie schöne Früchte austrägt. Bis so ein Baum tolle Früchte trägt gehen ein paar Jahre ins Land. Nur gut, dass die Orangerie schon zu Zeiten von Sissi und Franz in voller Blüte stand. Damals meist aus optischen Gründen erworben, hat sich eine ganz besondere Ansammlung an Zitrusfrüchten in Wien eingefunden.

Blätter im militärylook.

Blätter im militärylook.

Es sind bis zu 4 Generationen auf einem Baum zu finden.

Es sind bis zu 4 Generationen auf einem Baum zu finden.

Zitrusfrüchte reifen auf einem Baum nicht alle gleichzeitig.

Zitrusfrüchte reifen auf einem Baum nicht alle gleichzeitig.

Katharina Seiser mit ihrer geliebten Meyer - Lemon "frisch vom Baum".

Katharina Seiser mit ihrer geliebten Meyer – Lemon „frisch vom Baum“.

„Klassische Zitronen“ sucht man hier lange. Baum an Baum reihen sich ausgefallene Sorten, wie die Lemonada oder Kaiserzitrone (Lipo). Unter allen, die Esskultur nicht regelmäßig lesen, auch noch recht unbekannt ist die Meyer-Zitrone. So unbekannt, dass dieser für Zitrusfrüchte Liebhaber_Innen regelrechte Schatz in Supermärkten auch mal als schnöde Zitrone verkauft wurde. Etwas bekannter, dann Bergamotte- und Zitratzitronen. Eine Vielzahl, die man in unseren Breitengraden so normalerweise nicht zu gesehen bekommt.

Der Schatzmeister

Der Schatzmeister

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zwei Tropfen feinsten Bitterorangenblütensirup

zwei Tropfen feinsten Bitterorangenblütensirup

Noch bis einschließlich Sonntag können die Früchte verkostet, und die Pflanzen bestaunt und erworben werden. Die Ausstellung ist den ganzen Tag geöffnet, die Verkostungen finden immer um 16 Uhr statt. Geleitet von einer Dame, die sich selbst als Mensch gewordene Zitrusfrucht bezeichnet. Zu probieren gibt es neben den erstaunlichen Früchten dieses Jahr auch besondere Produkte aus dem Steirereck.

Um Voranmeldung wird gebeten.  Wer sich wegen des schlechten Wetters fragt: Das ganze findet in überdachten aber kühlen Räumen statt. Warm anziehen ist also ratsam. Nass wird man aber nicht.

Die Meyer - Lemon.

Die Meyer – Lemon.

Zitrusfrüchte wie feinstes Porzelan auf der Zunge in tausend Geschmacksnuancen zerspringend.

Zitrusfrüchte wie feinstes Porzelan auf der Zunge in tausend Geschmacksnuancen zerspringend.

für die Wissbegierigen. Freischnauzekochen Notizen.

für die Wissbegierigen. Freischnauzekochen Notizen.

Weihnachten für Kurzentschlossene: Schoko-Nougat-Ecken

In nicht ganz zwei Tagen ist Weihnachten. Diese Adventszeit ist mal wieder an mir vorbeigerauscht. Ein bisschen Likör habe ich schon geschafft im Sommer und Frühherbst anzusetzen. Doch die wunderbare Plätzchenbackerei und das Basteln von wunderbaren individuellen Geschenken ist auch in diesem Jahr – mindestens das zweite in Folge! – viel zu kurz gekommen. Einen funktionstätigen Ofen habe ich in diesem Advent auch keinen zur Hand. Wem es genauso geht, am Dienstag aber dann nicht mit ganz leeren Händen unterm Baum sitzen möchte, darf gerne bei mir abschauen. 🙂

Alles was wirklich benötigt wird, ist: Dunkel Schokolade & ganze Nüsse.

Je nach dem was der Vorratsschrank hergibt, kommen noch Nougat, Rosinen, Cranberries oder andere getrocknete Früchte und Gewürzblüten hinzu.

weihnachtliche schokolade - nuesse - nugat - schokolade - freischnauze kochen 3

Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und zwei drittel in eine flache Form gießen. Ich habe eine Tarteform genommen, die ich mit Klarsichtfolie ausgelegt habe, ein normales Backblech und Backpapier ist aber natürlich auch keine schlechte Idee…

Nun das Nougat schmelzen und die restliche Schokolade warmhalten oder erneut flüssig werden lassen. Nüsse und Trockenfrüchte auf der Schokolade verteilen und mit Nougat und Schokolade betreufeln. Gewürzblüten (von Sonnentor) drüberstreuen.  Alles trocknen lassen und in kleine Ecken schneiden oder als ganzes verschenken. Es geht einfacher, wenn die Messerklinge direkt vor dem schneiden in heißes Wasser getaucht wird, schnell abgetrocknet und dann geschnitten wird.

weihnachtliche schokolade - nuesse - nugat - schokolade - freischnauze kochen 2

Variation 1: Ihr könnt natürlich auch Keksausstecher nehmen, dann aber am Besten erst aus der „Grundschokolade“ die Formen ausstechen und dann einzeln mit Nüssen und restlicher Schokolade verzieren.

Variation 2: Wer Silikonbackförmchen zu Hause hat, schichtet abwechselnd gute Schokolade und Nougat in die Förmchen. Wenn fest und aus der Form gelöst, können kleine Löffelchen oder Lollistiele an den Törtchen befestigt werden. Mit dem Löffel, ergibt sich daraus eine wunderbare Portion für eine gigantische Tasse heiße Schokolade. Und wer freut sich nicht über so ein Geschenk?

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Die Vollpension – ein besonderes Pop-Up Café

Plätzchen und Kuchen von der Oma schmecken am Besten! Doch was machen, wenn die werte Oma viel zu weit weg wohnt, als dass es möglich wäre, das ein oder andere Stückchen zugesteckt zu bekommen? Wie so oft hat Wien auch hierfür eine Lösung gefunden: Die Vollpension.
Klar, dass ich die Perspektive der naschsüchtigen Enkelin einnehme, bei dem Versuch den Charme dieses Cafés in Worte zu fassen. Dabei ist die Vollpension als mögliche Antwort auf das Problem vieler Senioren hin entwickelt worden. Denn auch Pensionisten plagt der Schuh. Auf der einen Seite steht plötzlich viel Zeit zur Verfügung, aber die Enkel sind damit beschäftigt die hippen Orte ihrer Stadt ausfindig zu machen… Und dann wäre da natürlich noch die finanzielle Seite.
Dieses Jahr, zum zweiten Mal, also berreichert die Vollpension die Wiener Adventszeit.

In der Nähstube der Gebrüder Stich (zwei bunte junge hippe Wiener Gestalten), werden dann die Nähtische leicht zur Seite gerückt, wunderbar angestaubte Stickdeckchen auf Tischen verteilt. Backfreudige Omis und Opis werden an den Öfen und hinter dem Thresen positioniert. An der Eingangstür heißt ein großes DJ-Pult den Besucher willkommen. Porzelanschwäne und Bilder aus längst vergangenen Zeiten komplementieren das Ambiente. Einfach Großartig und definitiv einen Besuch wert. Vielleicht sogar zwei oder drei. Abends wandelt sich die gemütliche Wiener Cafehausatmosphäre dann wohl in eine lustig spontane Konzertwelt.

Pünktlich zum ersten Advent haben wir Blogger uns dort eingefunden und durften mit Frau Helene backen. Plötzlich standen vor der älteren Dame fünf Zweierteams, die alle gleichzeitig Backanweisungen erfragten. Eigentlich eher erfahrene Bäckerinnen, wenn dann aber altertümliche Rezepte exakt nachgebacken werden sollen, ergibt sich doch die ein oder andere Frage. Ich persönlich hatte mal wieder österreichisch-deutsche Probleme: 10 dkg… das sind doch 100 Gramm, oder? Witwenküsse, Hussarenkrapfen, Bischhofsbrot: Alles Rezepte aus dem handgeschriebenen Backbuch der Mutter von Helene. Bezaubernd 🙂

Ein großes Dankeschön an die Organisatorinnen von „The Coolinary Society“, ohne die ich diesen Ort sicher nicht mehr rechtzeitig entdeckt hätte.  Also auf, auf! Es lohnt sich!

Vollpension: Wiener Mariahilferstraße 101 (Innenhof) an jedem Freitag, Samstag und Sonntag bis Weihnachten.
Freitags: 14 – 24 Uhr
Samstags: 12 – 24 Uhr
Sonntag: 12 – 20 Uhr

Dreierlei vom Glück: Kaltgerührte Sanddorn-Mango-Konfitüre

Die Frucht mag klein sein und der Strauch mit seinen dornenbesetzten Ästen wenig einladend wirken, am Sanddornstrauch vorbeizulaufen, ohne ein paar Früchte zu sammeln wäre aber ein großer Fehler. Der Vitamin C Gehalt ist so hoch, dass die Pflanze in der DDR als „Zitrone des Nordens“ eine steile Karriere erlebte. Fast noch spannender finde ich aber, dass die Frucht auch Vitamin B12 enthält. Vitamin B12 für die Bildung der Roten Blutkörperchen und unsere Nerventätigkeit verantwortlich. Da es nur durch Mikroorganismen produziert werden kann, kommt es generell nur in tierischen Produkten vor. Nützlicher Weise leben auf der Schale des Sanddorns genau solche Mikroorganismen, weswegen Vegetarier_Innen und vor allem Veganer_Innen die goldenen Früchtchen in ihren Speiseplan mit aufnehmen sollten (siehe Wikipedia).

Auf meiner Suche nach Rotklee für meine PAMK – Leckereien, bin ich zufällig auf solch einen Wunderstrauch gestoßen und musste natürlich ein paar Beeren pflücken. Die Früchte des Sanddorns können noch bis Ende Dezember geerntet werden, nochmal ein Pluspunkt für diese Pflanze, da ja gerade im Winter der Zugang zu frischem, heimischen und vitaminreichem Obst und Gemüse erschwert wird.

Da Vitamine Hitze ja nicht leiden können, wollte ich jegliches kochen vermeiden. Nicht lange davor, hatte ich mich mit Michaela Russmann von Rohgenuss.at über Gelierverfahren unterhalten und bin dadurch auf die Idee gekommen mit Chiasamen (auch so eine Wundersaat mit ganz viel pflanzlichem Omega 3) eine Rohkost – Konfitüre zu machen.

Damit es nicht zu sauer wird, habe ich mich dann für eine Mango entschieden. Eigentlich wollte ich Marillen nehmen, die haben ja grad Saison, gab es aber im Supermarkt nur aus Frankreich. Und wenn schon nicht aus der Region, tja dann kann es ja auch gleich was ganz exotisches sein, dachte ich mir leicht genervt vom Angebot. Solang es nicht zur Regel wird…

Und wie macht man nun diese Superfoodmarmelade, die vegane Herzen höher schlagen lassen sollte?

kaltgerührte-Sanddorn-Mango-Konfitüre 3-freischnauzekochen

Vitamin B12, Omega 3 und Vitamin C machen aus diesem kaltgerührten Fruchtaufstrich eine Vitalstoffbombe.

Wir nehmen:

eine Handvoll Sanddorn

eine reife Mango

3 Teelöffel Chiasamen

etwas Rum (nach Belieben)

kleine Einmachgläser mit Schraubverschluss

kaltgerührte-Sanddorn-Mango-Marmelade 2-freischnauzekochen

Die Mango halbieren wir und entfernen mit einem Messer den Kern. (Einfach leicht in den Kern stoßen und dann heraushebeln.) Fruchtfleisch und den Sanddorn in einen Standmixer geben und kräftig pürieren. Geht natürlich auch mit einem Mixer, wenn die Mango sehr weich ist, sogar mit einer Gabel. Nun einmal durch ein feines Sieb oder Tuch geben, so dass die kleinen Sanddornkerne zurückbleiben.

Einen Schuss Rum und die Chiasamen hinzugeben. Ich habe das Fruchtpüree danach noch einmal püriert, muss aber sagen, dass ich mich Zwecks Optik beim nächsten Mal fast dagegen entscheiden würde. Von der Konsistenz wäre es dann allerdings wie ein streichbarer Bubbletee, da die Chiasamen sehr viel Flüssigkeit aufsaugen und gallertartig werden. Zerkleinert sorgen sie dann wiederum für die gleichmäßige Struktur des Fruchtaufstrichs.

Eher zügig verbrauchen, sonst im Kühlschrank aufbewahren.

kaltgerührte-Sanddorn-Mango-Marmelade 3-freischnauzekochen

Hier sind die Chiasamen noch nicht zerkleinert und bringen einen wunderbaren optischen Effekt.